Blue Bottle Gramercy Park Cafe von Lincoln Lighthill Architect

Als der Westküsten-Architekt Lincoln Lighthill von der richtungsweisenden Kaffeemarke Blue Bottle Coffee gebeten wurde, seinen neuesten Standort in New York City zu entwerfen, versuchte er, Aspekte der progressiven Einstellung der Marke zum Kaffeerösten mit Verweisen auf die Geschichte der Café-Kultur Manhattans zu verbinden. Im folgenden Interview erklärt Lighthill, wie es ihm gelang, einen Ausgleich zwischen modernem Stil und einem Hauch von Tradition zu schaffen, indem er eine sorgfältig ausgewählte Materialpalette mit innovativen Handwerkselementen und Möbeln von PLANK kombinierte.

Lincoln, Sie haben in der Vergangenheit bereits an mehreren Cafés für Blue Bottle Coffee gearbeitet. Wie sind Sie bei diesem Projekt vorgegangen, um die Werte der Marke in einen Raum zu übersetzen, der auch auf den Standort Manhattan verweist?

Bei jedem Café, das wir für Blue Bottle Coffee entwerfen, versuchen wir immer, eine neue und einzigartige Interpretation ihres Stils zu finden, welche die lokale Kultur sowie die Sorgfalt und das Handwerk und der hohen Qualität der Kaffeezubereitung widerspiegelt. In diesem Sinne wollen wir das Café-Design in derselben Weise weiterentwickeln, so wie Blue Bottle Coffee die Kunst der Kaffeezubereitung vorantreibt.

Für dieses Projekt nahmen wir für die lokalen Cafés typischen Farbpalette mit ihren dunklen Holzvertäfelungen und ihren großartigen, verzierten Innenräumen als Ausgangspunkt. Der Kaffee der BBC repräsentiert ein modernes Verständnis des Handwerks der Kaffeerösterei und so schufen wir eine moderne Interpretation bestehender Cafés, indem wir traditionelle Elemente mit der Ästhetik der BBC vermischten.

Was sind die einzigartigsten oder innovativsten Merkmale des Café-Designs?

Die abgewinkelte, zickzackförmige Form der Serviertheke und die Art und Weise wie die Einrichtung darauf abgestimmt ist sind sicher die radikalste Abkehr von den traditionellen Cafés. Dieses Konzept reagiert auf die Art und Weise, wie die Menschen durch den Raum strömen, anstatt sie in starre, geradlinige Zonen zu zwingen, die das sich bewegen in einem überfüllten Café erschweren. Wir wollten auch die großartigen Proportionen des Raumes auf spielerische Weise übertreiben, was uns gelang, indem wir an beiden Enden des Raumes Spiegel anbrachten und so einen endlosen Spiegelsaal mit einem Gefühl der Erhabenheit erschufen.

Warum haben Sie sich bei diesem Projekt für PLANK-Möbel entschieden und was tragen diese Produkte zur Raumgestaltung bei?

Die Materialpalette kombiniert dunkles Holz - in diesem Fall eine Nussbaumverkleidung - mit helleren Holztönen, um an die Ästhetik von Blue Bottle Coffee anzuknüpfen und dem Raum mehr Licht und Leichtigkeit zu verleihen. Die freiliegenden, hellen Kanten des Nussbaumfurnier Sperrholzes passen zu den hellen PLANK-Möbeln und heben sie von den eher dunklen und düsteren traditionellen Cafés ab. Auch die modernen Formen der Möbel unterstreichen, dass es sich hier nicht nur um einen modernen Raum handelt, sondern um einen, der mit der Ästhetik von Blue Bottle Coffee übereinstimmt.

Was waren die Hauptgründe, warum Sie sich für den REMO Stuhl und den BLOCCO Hocker entschieden haben?

Ähnlich wie die Idee, dass die Zick-Zack-Service-Bar dem Kundenstrom besser entgegenkommt, suggerieren auch die geschwungenen, einladenden Formen der REMO-Stühle das Gefühl einer moderner Sitzgelegenheit, die nicht an die Tradition oder die Grenzen traditioneller Herstellungstechniken gebunden ist. Die Details der Produkte unterstützt auch die Idee, dass das architektonische Design die hochpräzise und detaillierte Art und Weise widerspiegelt, in der jede Tasse Blue Bottle-Kaffee zubereitet wird.

Wie könnte sich Ihrer Meinung nach das Design des Gastgewerbes in den kommenden Monaten oder Jahren als Folge der anhaltenden Covid-19-Krise entwickeln?

Die Spannung zwischen dem Entwerfen für das Jetzt und dem Entwerfen für die Zukunft fühlt sich wie die zentrale Designherausforderung dieses Moments an. Niemand möchte Räume so gestalten, als ob wir für immer genau dort sein werden, wo wir sind. Das würde auf eine stark segregierte und sogar einsame Auffassung davon schließen lassen, wie wir in öffentlichen Räumen voller Barrieren und Trennungen interagieren (oder auch nicht interagieren!). Ich denke, die Herausforderung besteht darin, Räume zu gestalten, die uns die Sicherheit geben, die wir jetzt brauchen, um weiterhin in der Welt zu leben, und die Flexibilität, in Zukunft zu einer weniger eingeschränkten Art des Lebens und der Interaktion zurückzukehren. Wie wir das genau machen, ist bei jeder Projekttypologie anders, und daran arbeiten wir bei allem, mit dem wir uns im Moment beschäftigen, aktiv mit.

Was sind Ihre großen Hoffnungen und Ambitionen für Ihr Studio in den kommenden Jahren?

Ich hoffe, dass Umfang, Ausmaß und Nachhaltigkeit unserer Arbeit weiterwachsen und sich weiterentwickeln werden. Ich würde mir auch mehr Gelegenheiten wünschen, mit Unternehmen wie PLANK zusammenzuarbeiten, die wie wir versuchen, die Grenzen des Designs und der Kreativität inmitten der ständig wachsenden Herausforderungen, mit denen wir alle als Industrie und Gesellschafft konfrontiert sind, zu erweitern.

Interview von Alyn Griffiths
Foto: Frank Oudeman©/OTTO.