REMO ist der fünfte Stuhl, den Konstantin Grcic in rund zwölf Jahren für PLANK entworfen hat. Nach vielen gemeinsamen Projekten fragten sich Grcic und die Familie Plank, was der nächste Schritt sein könnte und welches Signal sie nach außen senden wollten. Die Antwort war ein Stuhl aus Eschen-Formholz, der auf die Ursprünge von PLANK im Holz zurückgeht. 2015 wurde er auf dem Salone del Mobile in Mailand gezeigt, seitdem ist daraus eine Familie gewachsen.
2015
2015: REMO Holz · REMO Holz Metall
Auf dem Salone del Mobile 2015 stellt PLANK REMO in zwei Versionen vor. Mit Beinen aus Formholz wirkt der Stuhl warm und ist sehr leicht; es gibt ihn als Stuhl und als Stapelstuhl. Auf einem Metallgestell, ebenfalls stapelbar, ist er für den Objektbereich gedacht, und Schale und Gestell lassen sich auf die Farben eines Raums abstimmen. Martin Plank Sr. wollte einen stapelbaren Stuhl; Grcic war ein schöner Stuhl wichtiger als ein stapelbarer. Am Ende gibt es beides.
Auf dem Salone del Mobile 2016 erscheint REMO mit einer Schale aus Polypropylen, die sich direkt von der Holzschale ableitet. Es war, sagt Grcic, der letzte Wunsch von Martin Plank Sr. Er selbst war zunächst nicht überzeugt: Eine Kunststoffschale sollte man nicht von einem Holzstuhl ableiten. Am fertigen Stuhl sah er es anders. Die Beschränkungen des Holzes hatten geholfen, die richtige Form zu finden, und die Kunststoffversion lässt sich in vielen Farben fertigen und draußen einsetzen.
Auf dem Salone del Mobile 2022 wird die Familie um eine vollgepolsterte Version erweitert. Die Schale hat einen Kern aus recyceltem Polypropylen und ist vollständig mit Stoff oder Leder bezogen; die flexible Rückenlehne gibt Komfort und Bewegungsfreiheit. Vor dem schwarzen Rohrgestell und dem schwarzen Gelenk heben sich helle und farbige Bezüge ab, dunkle fügen sich ein.
Auf dem Salone del Mobile 2024 kommt die gepolsterte Schale auf Theken- und Barhöhe: REMO Barhocker soft, wieder auf einem schwarzen Gestell aus Metallrohr.
REMO Barhocker Kunststoff bringt auch die Polypropylenschale auf Theken- und Barhöhe, in den Farben des Stuhls und auf einem schwarz pulverbeschichteten Gestell. Heute umfasst die Familie sechs Versionen.
„Machen wir etwas Klares, etwas Verständliches, bei dem die Vorstellung von Komfort schon da ist, bevor man sich setzt, aus dem genauen Verständnis dessen heraus, um was es sich handelt.“
Konstantin Grcic im Gespräch mit Marco Romanelli, 2016
Zurück zum Holz
PLANK begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Holzstühlen nach dem Vorbild der Alpenregionen: vier Beine, eine Sitzfläche und eine Rückenlehne aus geschnitztem Massivholz. Vielleicht lag es im Namen, sagt Grcic: Eine Planke ist das Stück Holz, mit dem jede Verarbeitung beginnt. Als er Martin und Michael Plank kennenlernte, wandelte sich das Unternehmen zu einem Designunternehmen, und Biagio Cisotti hatte den Wechsel mit 3D-Formholz und Metallbeinen bereits eingeleitet. Nach MIURA und MYTO aus Kunststoff und MONZA aus Holz und Kunststoff wollten Grcic und PLANK für REMO ihr ganzes Wissen über Holz einsetzen.
Für Grcic ist Ergonomie keine feste Regel, sondern ein Terrain, das es zu erkunden gilt: Ob ein Stuhl bequem ist, hängt davon ab, wer darauf sitzt, bei welcher Gelegenheit und wie lange. Bei REMO wollte er einen konventionelleren Komfort, der aber schon beim Anblick beginnt. Die Schale ist deutlich elastisch, die gekrümmte Rückenlehne erlaubt unterschiedliche Bewegungen. Die Sitzfläche ist entgegen der Gewohnheit geformt, in der Mitte am höchsten und zu den Seiten hin abfallend, so fühlen sich die Beine nicht eingeengt. Auf den ersten Blick mag die Geometrie falsch erscheinen; im Sitzen funktioniert sie.
Schöne Formholzschalen gab es schon viele, REMO brauchte etwas anderes. Martin Plank Sr. hoffte auf eine technische Neuerung; Grcic war überzeugt, dass gutes Design auch allein aus der Präzision der Form entstehen kann. So entstand die zweigeteilte Schale, und gerade die Verbindung der beiden Teile brachte beide zusammen: Für Martin Plank war sie das technische Detail, nach dem er suchte, für Grcic eine elegante Lösung. Grcic beginnt nie mit dem Detail; die Verbindung entstand aus der Frage, wie die beiden Teile zusammenkommen. Sie wird maschinell gefertigt und von Hand nachgearbeitet.
Seine Beziehung zu Martin Plank Sr., über viele Jahre die treibende Kraft des Unternehmens, beschreibt Grcic als echte Freundschaft: Sie gingen oft zusammen Skifahren, in Auer lernte er die Berge lieben und versteht sogar den Dialekt der Gegend. Als REMO gerade fertig war, fanden sie in einem alten PLANK-Katalog einen Massivholzstuhl mit gewissen Ähnlichkeiten. Grcic hatte ihn nie gesehen; für Martin Plank Sr. war es, als hätte sich ein Kreis geschlossen, eine Rückkehr zu den Wurzeln. REMO war der letzte Stuhl, an dem die beiden zusammen gearbeitet haben.