Brand Story

Eine Fabrik von Othmar Barth

Auer, Italien · 1969

Die PLANK-Fabrik in Auer: Betontürme, Sheddächer und der verglaste ShowroomDie Betontürme der PLANK-Fabrik mit dem PLANK-Schriftzug, darunter die Sheddächer

Ende der 1960er-Jahre war die Werkstatt in Bozen für die wachsende Stuhlproduktion zu klein geworden. PLANK entschied sich für einen Neubau in Auer, zwischen Obstwiesen und Weinbergen, direkt an der Bahnlinie und der Autobahn zwischen Nordeuropa und Italien.

Der Auftrag an Othmar Barth lautete: eine Fabrik mit Verwaltung und Ausstellung, die den gesamten Produktionsablauf unter einem Dach vereint – vom Schnittholz bis zum fertigen Stuhl. Im August 1969 begann die Produktion in Auer.

  • ArchitektOthmar Barth
  • Entwurf1967–1968
  • Fertigstellung1969
  • OrtAuer (BZ), Italien
  • NutzungEntwicklung, Montage, Logistik, Büros und Showroom
West- und Nordansicht der PLANK-Fabrik: die lange Halle unter Sheddächern und die Front mit Büros und Showroom
Othmar Barth, West- und Nordansicht der PLANK-Fabrik, 1968.

Stahl, Glas und Beton

Die Architektur beruht auf wenigen klaren Entscheidungen. Stahl, Glas und Sichtbeton ziehen sich durch das ganze Gebäude. Die lange Halle ist mit nach Norden ausgerichteten Sheddächern gedeckt, die gleichmäßiges, blendfreies Tageslicht in die Produktion bringen. An einem Ende erhebt sich der Showroom unter einem steilen Glasdach, und zwei Betontürme, einer davon mit dem PLANK-Schriftzug, markieren den Standort schon von Weitem.

Die neue PLANK-Fabrik in der Abenddämmerung, Licht in den Sheddächern, dahinter die Berge
Die neue Fabrik in der Abenddämmerung, aus einem frühen PLANK-Katalog.

Der Architekt

Othmar Barth (1927–2010) lernte zunächst das Tischlerhandwerk in der Werkstatt seines Vaters in Brixen. Er studierte Architektur in Graz und in Rom, wo er Vorlesungen von Pier Luigi Nervi hörte, und eröffnete 1955 sein eigenes Büro in Brixen. Fast zwanzig Jahre lang lehrte er an der Universität Innsbruck. Zu seinen bekanntesten Bauten zählen die Cusanus-Akademie in Brixen, das Seehotel Ambach am Kalterer See und die Schule in Stams.

Seine Bauten zeichnen sich durch starke Baukörper, eine präzise Lichtführung, Liebe zum Detail und sichtbar belassene Materialien aus, meist Beton oder Ziegel. Seine Suche nach einer Moderne im Einklang mit der Umgebung und die Präzision seiner Entwürfe entsprechen den Werten, für die PLANK bis heute steht.

2026 zeigte die Ausstellung „Über Othmar Barth“ von aut. architektur und tirol in Innsbruck die PLANK-Fabrik als einen von fünfzehn seiner weitgehend unverändert erhaltenen Bauten.

Die nach Norden ausgerichteten Sheddächer der PLANK-Fabrik, davor MYTO-Stühle