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Im Gespräch mit Konstantin Grcic

Im Gespräch mit Konstantin Grcic

Wie lange arbeiten Sie schon mit dem italienischen Designhersteller PLANK zusammen, auf welchen Werten basiert diese Beziehung und wie passen Ihre Designphilosophie und die von PLANK zusammen?

Ich arbeite schon seit fast 20 Jahren mit PLANK zusammen. Als wir uns das erste Mal trafen, spürten Michael PLANK, sein Vater, der verstorbene Martin PLANK, und ich sofort eine Verbindung. Unsere Partnerschaft ist im besten Sinne komplementär - wir tragen unterschiedliche Teile zu dem Projekt bei, haben aber die gleiche Vision, den gleichen Fokus und die gleichen Vorlieben. Die berufliche Verbindung entwickelte sich schnell zu einer persönlichen Freundschaft. Das erste Produkt, das ich für PLANK entworfen habe, ist der MIURA stool, der 2005 auf den Markt kam.

Bei der Arbeit an dem Projekt stellten wir fest, dass der Hocker stapelbar sein sollte, was die Geometrie seines Gestells um eine gewisse Komplexität erweiterte. Der einzige Weg, dies zu erreichen, war Spritzguss-Kunststoff. Diese Technologie war ein großer Sprung für PLANK, doch MIURA wurde zu einem ikonischen Produkt und einem bahnbrechenden Erfolg. Er ist zum Maßstab für alle Projekte geworden. Er hat uns gezeigt, welches Potenzial wir gemeinsam ausschöpfen konnten.

Im Gespräch mit Konstantin Grcic

Können Sie uns mehr über Ihren neuesten Entwurf für PLANK erzählen?

In den vielen Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir eine große Kontinuität bei den Produkten aufgebaut. Ein Projekt führt immer zum nächsten. In diesem Sinne knüpft BENCH nahtlos an die Projekte der vergangenen Jahre an. Es geht um Sitzmöbel, die das Kerngeschäft von PLANK ausmachen, gleichzeitig eröffnet es eine neue Typologie. Eine Bank schafft eine Umgebung für sich selbst und verbindet Menschen. Ironischerweise bedeutet der Firmenname PLANK auf Englisch übersetzt „langes Stück Holz“, und so begann auch das Projekt. Ich nahm buchstäblich das Bild eines Holzbretts und fügte zwei Beine hinzu. Gemeinsam mit Michael PLANK und seinem Team bin ich sehr stark in den Entwicklungsprozess eines jeden Projekts eingebunden. BENCH ist ein typisches Ergebnis dieser Arbeitsweise. Wir haben einen ausgeklügelten Mechanismus entwickelt, mit dem die Bank ohne Werkzeug auf- und abgebaut werden kann. Auf diese Art kann sie flach verpackt versandt oder kompakt gelagert werden.

Nach der Bank war es nur natürlich, einen Tisch zu entwerfen, der auf dem gleichen Konstruktionsprinzip der Bank basiert. Während die Bank in ihren Abmessungen und ihrer Form festgelegt ist, können die Tische in verschiedenen Formaten und Beinpositionen konfiguriert werden. Tisch und Bank können sowohl ein Set als auch eigenständige Möbelstücke sein. Durch die Verwendung von Massivholz konnte PLANK sein ganzes Fachwissen und seine natürliche Affinität zu diesem Material in das Projekt einbringen. Während es bei MIURA, unserem allerersten Projekt, darum ging, sich von PLANKs ureigenem Erbe zu lösen, bringt BENCH das Unternehmen wieder mit seinen Wurzeln in Verbindung.

Im Gespräch mit Konstantin Grcic

Wie passen Ihre neuen Entwürfe für PLANK zu Ihrer Vorstellung wie wir künftig wohnen werden?

Ich sehe die Frage im Zusammenhang damit, wie Menschen in den Großstädten leben werden. Das urbane Leben wird durch einen Mangel an privatem Raum bestimmt sein. Kleine Wohnungen müssen möglichst effizient genutzt werden; die Möbel müssen praktisch und anpassungsfähig sein und gleichzeitig Komfort und Identifikation bieten. Wir werden von einem Ort zum anderen ziehen und unser Hab und Gut mitnehmen. Die Möbel müssen sich an verschiedene Umgebungen und wechselnde Bedürfnisse anpassen. Ein Tisch wird sowohl zum Essen als auch zum Arbeiten benutzt. BENCH und BENCH Table stehen für diese neue Normalität.

Was ist Ihrer Meinung nach die aktuell stärkste Strömung, welche die zeitgenössische Designszene beeinflusst?

Der Klimawandel und alles, was damit zusammenhängt, wird unsere Zukunft bestimmen. Das bedeutet, dass wir unser Verhalten ändern müssen, die Art und Weise, wie wir denken und leben, wie wir gestalten, wie Dinge produziert werden und welche Art von Ressourcen verwendet werden. Der künftige Trend im Design wird von den Antworten geprägt sein, die wir auf diese grundlegenden und dringenden Fragen geben können. Die Langlebigkeit eines Produkts und die Integration seiner Lebensdauer in einen Prozesskreislauf sind die Herausforderungen, die bestimmen, wie und woran Designer und Hersteller in Zukunft arbeiten werden. Ich bin begeistert von dieser Perspektive; ich stelle sie mir nicht als ein graues Zeitalter vor, das auf Rationalität und Ökonomie basiert, sondern als eine Ära mit großem, noch nie dagewesenem Potenzial. Wir müssen alles neu denken, und ich freue mich darauf.

BENCH passt zu dieser Denkweise. Das Projekt bezieht sich auf die Herkunft der Marke, auf die verfügbaren Ressourcen und definiert welche Möbelstücke für die zukünftige Entwicklung der Marke wichtig sind. Sie müssen flexibel sein, universell einsetzbar, aber auch langlebig. BENCH ist das perfekte Beispiel dafür, wie diese Überlegungen zu einem Produkt führen, das diese Fragen beantwortet. Es vermittelt eine ruhige Kraft, Stärke und höchste Qualität.

Im Gespräch mit Konstantin Grcic

Was bedeutet Ihnen das Konzept „Made in Italy“?

Die italienische Designepoche der Nachkriegszeit hat mein Werden als Designer und meine spätere Laufbahn sehr geprägt. Die meisten meiner wichtigen Kunden sind italienische Unternehmen. Ich habe immer im Rahmen des Gütezeichens „Made in Italy“ gearbeitet. Für mich bedeutet dieses Konzept nicht nur eine gewisse Produktqualität, sondern auch die Entwicklung, die zu einem Produkt führt. Ein Projekt von der Idee bis zur Realisierung zu führen, ist das Wichtigste in einem Designprozess. Dies in Italien, mit italienischen Unternehmen und mit einer italienischen Mentalität zu tun, ist weltweit einzigartig.

Die italienische Kultur gilt als aufgeschlossen und neugierig, bereit, Dinge auszuprobieren, die es noch nicht gab. Sehr selten habe ich einen italienischen Partner sagen hören, dass etwas nicht machbar sei. Er sagt vielleicht, dass er nicht wisse, wie es geht, aber dass er es versuchen werde. Genau diese Haltung macht das Konzept „Made in Italy“ so besonders.

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