Die MIURA Hocker mit dem einzigartigen Farbmix

Bei der Produktion des MIURA Hockers in verschiedenen Farben entstehen während des Farbwechsels für den Kunststoff einzigartige Varianten, wenn sich zwei Farben in der Form vermischen. Diese Unikate würden normalerweise entsorgt werden, doch PLANK sammelt die Exemplare, die die Besonderheit des Fertigungsprozesses am besten zum Ausdruck bringen. Michael Plank erklärt, warum er diese Hocker als „schönen Abfall“ betrachtet, der PLANKs Anspruch an Nachhaltigkeit perfekt widerspiegelt.

Können Sie für diejenigen, die den MIURA Hocker noch nicht kennen, kurz erzählen, wie er entwickelt wurde?

Der MIURA Hocker ist das Ergebnis der ersten Zusammenarbeit von PLANK mit Konstantin Grcic. Wir sind uns 2003 begegnet und haben zwei Jahre an der Entwicklung eines stapelbaren erschwinglichen Barhockers gearbeitet, der aus Kunststoffspritzguss hergestellt wird. MIURA wurde 2005 am Salone del Mobile in Mailand erstmals vorgestellt. Seitdem ist er das beliebteste und bekannteste Produkt von PLANK.

Wie wird der MIURA Hocker produziert und wie entsteht der Farbmix bei bestimmten Hockern während des Verfahrens?

Beim Fertigungsprozess wird Kunststoffgranulat erhitzt und in flüssigem Zustand in ein Formwerkzeug gespritzt. Wenn wir eine Charge von 3.000 Hockern produzieren, werden 400 bis 600 Stück in verschiedenen Farben gefertigt und so es entstehen bis zu 6 Farbwechsel. Während diesem Farbwechsel bleibt immer eine kleine Restmenge der vorherigen Farbe zurück - beispielweise, wenn der Wechsel von Gelbgrün zu Rot oder von Weiß zu Blau erfolgt. Das Restmaterial vermischt sich mit der neuen Farbe und erst nach zwei oder drei weiteren Exemplaren erhält man wieder eine uniforme Farbe. Das heißt gewöhnlich würden sechs bis zehn „Ausschuss-Hocker“ recycliert werden. Wir sammeln diese Hocker aber, da wir finden, dass sie einzigartig sind.

Behalten Sie alle der „mangelhaften“ Stücke und was tun Sie mit ihnen?

Nein, gewöhnlich werden die Farbwechselexemplare wieder in das in einen anderes Produktionssystem zurückgeführt. Wir wählen die Hocker mit den schönsten und interessantesten Oberflächenmustern aus. Wir sammeln Sie für besondere Projekte.

Können Sie das Erscheinungsbild der Hocker steuern?

Nicht wirklich. Es ist eher wie bei einem Kunstobjekt, man kennt das Ergebnis vorher nicht. Der kreative Prozess passiert sozusagen in der Maschine, die das Material freigibt. Wir produzieren eine große Menge dieser Hocker und wir sind in der Fabrik immer alle sehr gespannt, welche neuen „Farbwechsler“ entstehen!

Die meisten anderen Unternehmen würden solche Exemplare einfach entsorgen. Auf welche Weise spiegelt sich hier PLANKs Anspruch an Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung?

Bei der Fertigung von Kunststoffprodukten entsteht immer sehr viel Industrieabfall. Ich finde, dass diese Farbwechselhocker schöner Abfall sind. Wenn wir diese Idee kommunizieren und zelebrieren, können wir damit ein positives Statement setzen was die notwendige Abfallreduktion bei der Herstellung betrifft.

Ergreift PLANK noch andere Maßnahmen, um Abfall zu reduzieren und nachhaltiger zu produzieren?

Der wichtigste Punkt bei der Entwicklung eines Produkts ist meines Erachtens, dass es so lange wie möglich benutzt werden kann. Diese Vorgehensweise ist, wie ich finde, der beste Weg für eine nachhaltigere Produktion. Bei PLANK werden pro Jahr nicht viele neue Produkte entwickelt. Wir nehmen uns Zeit, um nachzudenken und zu reflektieren, welche Botschaft wir als Marke vermitteln möchten. Wir möchten langlebige und zeitlose Produkte kreieren, die nicht irgendwelchen Trends folgen.

Warum besitzen diese Exemplare einen höheren Wert als die Standardversionen des MIURA-Hockers?

In einem Produktionsdurchlauf von 3000 Exemplaren fällt lediglich eine sehr kleine Zahl dieser Hocker an. Sie gleichen insofern einer limitierten Edition von Kunstobjekten und haben durchaus einen Sammelwert. Wir arbeiten mit dem Fotografen Miro Zagnoli zusammen, der die Hocker dokumentiert. Er arrangiert sie auf wohlüberlegte Weise in Gruppen, um Bilder zu kreieren, die für sich gesehen schon Kunst sind.

Und eine letzte Frage. Haben Sie einen der Hocker zuhause und wie sind die Reaktionen darauf?

Ja ich habe einen zuhause. Manche Leute merken zunächst gar nicht, dass er aus Kunststoff ist, da die Oberfläche beinahe wie Marmor aussieht. Er ist blau und weiß und die vermischten Farben erstrecken sich über die Sitzfläche hinaus bis zu den Beinen, dadurch wirkt der Hocker als sei er aus einem einzigen Materialblock gefertigt. Er ist sehr besonders.

Interview by Alyn Griffiths
Photo: Miro Zagnoli